Heul nicht, mach doch!

Deine Ideen warten darauf, umgesetzt zu werden. Hol dir Motivation & praktische Tipps für dein Passion Project.

Image Alt

Heul nicht, mach doch!

Ich suche bald wieder neue Mentees, sprich: Leute, die ich während einer mehrwöchigen Mentoringzeit bei ihrem Passion Project begleite. Möglicherweise hattest du noch nie Kontakt mit Mentoring und kannst dir darunter noch nicht so viel vorstellen, oder du hast bereits grob eine Ahnung und fragst dich: Ist Mentoring das Richtige für dich?

Ich kenne dich und dein Projekt nicht, deshalb kann ich dir diese Frage leider nicht beantworten. Die folgenden Gedanken sollen dir aber helfen, die Antwort selber zu finden.

Was ist Mentoring? (Und was bringt das?)

Kleiner Disclaimer: Bei der folgenden Definition und generell allen Inhalten auf dieser Seite handelt es sich, wenn nicht anders gekennzeichnet, um meine subjektive Definition und Meinung. Mentoring kann in vielen verschiedenen Formen stattfinden und ist sicher nie immer gleich.

Unter Mentoring verstehe ich eine Wegbegleitung von einer unerfahrenen Person A (Mentee) durch eine erfahrene Person B (Mentorin/Mentor). Die Person A hat ein bestimmtes Ziel, das sie erreichen will. B hat viel Fach- und Erfahrungswissen in diesem Bereich und ist den Weg bereits gegangen. 🎯

In Unternehmen wird Mentoring gerne eingesetzt, um Talente zu fördern. Angenommen, Person A hat Potential gezeigt und soll demnächst eine Führungsposition übernehmen. Dann könnte A durch das Firmeninterne Mentoringperson mit Person B, die solche Positionen schon seit zwanzig Jahren inne hat, gematcht werden. Person B begleitet A dann durch regelmäßige Treffen und hilft durch Erfahrungsweitergabe, für Brainstorms, mit Tipps oder durch ihr Netzwerk. B nimmt A für eine gewisse Zeit unter seine oder ihre Fittiche.

Wichtig ist, dass für Person A das Ziel bereits klar ist – sonst kann man keine passende Mentorin finden.

Noch deutlicher wird es vielleicht, wenn man Mentoring anderen Konzepten gegenüberstellt:
(Für die folgenden Unterpunkte beziehe ich mich u.a. auf “The Mentoring Manual” von Julie Starr; S. 14f)

Was ist der Unterschied zwischen Mentoring und Coaching? 🤔

Coaching ist eine 1-zu-1-Beratungssituation zwischen Coach und Coachee. Dabei kommen Coaching-Techniken zum Einsatz, die ihren Ursprung in der Psychotherapie haben. Meinem Verständnis nach geht es beim Coaching darum, etwas herauszukitzeln, das schon in einem steckt und dabei die eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

Übrigens: Ich persönlich nenne mich nicht “Coach”, weil das Internet bereits vor selbsternannten Coaches und ExpertInnen wimmelt. Auch wenn “Coach” keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung ist und sich theoretisch jeder so nennen kann (was ja auch genug machen 🙄), nehme ich davon Abstand und überlasse diesen Titel gerne allen, die tatsächlich eine zertifizierte Coachingausbildung haben.

Was ist der Unterschied zwischen Mentoring und Beratung? 📈

[Beratung kann natürlich alles und nichts sein – deshalb beziehe ich das hier wieder auf die Art von Beratung, die ich leisten kann.]

Eine Beratung kann auch nur einmalig stattfinden, während ein Mentoring immer eine Begleitung über einen Zeitraum meint. Beratung eignet sich besonders, wenn es um ein konkretes Fachwissen geht, bei dem die Expertin mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihren Methoden ein konkretes Problem löst. Ich kann zum Beispiel in einer Beratung mit dir erarbeiten, ob ein Blog oder ein Podcast das bessere Medium für dein Projekt ist; die Entwicklung eines kompletten Konzepts hingegen wird in 45 oder 90 Minuten Beratung eher schwierig sind, da es sich auch um eine emotionalere Entscheidung handelt, bei der du reflektieren und “darüber schlafen” musst – das wäre also ein gutes Beispiel für ein Mentoring-Thema.

Was ist der Unterschied zwischen einer Mentorin und einer Dozentin? 🎓

Ein Workshop oder Seminar folgt einer klaren Struktur und einem Lehrplan. Dieser wird im Voraus festgelegt und entwickelt sich im Gegensatz zum Mentoring nicht erst im Laufe des Prozesses. Der Workshop ist auf eine Gruppe ausgerichtet, was eine ganz andere didaktische Herangehensweise mit sich mitbringt als die 1-zu-1-Betreuung in einem Mentoring- oder Coachingprogramm. Für viele Themen ist das Lernen in der Gruppe toll, da auch eine Reihe von Methoden eingesetzt werden können. Allerdings bedeutet das auch, dass die Dozentin nur in einem sehr engen Rahmen auf die Probleme und Wünsche einzelner TeilnehmerInnen eingehen kann.

Was ist der Unterschied zwischen einer Mentorin und einer Freundin? 👧

Ich bin mir sicher, dass du auch deinen FreundInnen regelmäßig von deinen Projekten und Ideen erzählst. Eine Freundin kann dich emotional unterstützen, und du kannst dich ihr öffnen (z.B.: Ich bin nervös vor dem Start). Allerdings kann sie dir aber nicht unbedingt mit Fachwissen (Welche Blogsysteme gibt es?) oder persönlicher Erfahrung zu dem konkreten Projekt (z.B. Wie löst man eine Schreibblockade?) helfen.

Zudem kann es eure normale Freundschaft belasten, wenn eine Dynamik der Hilfe entsteht. Mit einer neutralen Person als Mentorin ist die Rollenverteilung von Anfang an klar vorgegeben.

Direktes vs. indirektes Mentoring

Manche Leute suchen sich Mentorinnen und Mentoren, deren Arbeit sie aus der Ferne betrachten und deren Content (z.B: Bücher, Podcasts, Kurse) sie konsumieren. Die Inspiration, aber auch konkreten Tipps, die sie aus diesem Content gewinnen, wenden sie dann auf ihren eigenen Fall (z.B. ihr Passion Project oder ihre berufliche Situation) an.

Maggie vom Designlabel Stahlpink hat zum Beispiel in einem Blogbeitrag ihre Mentorinnen vorgestellt; und der US-amerikanische Autor Tim Ferris hat das Prinzip sogar auf die Spitze getrieben, in dem er über 100 bekannte Persönlichkeiten nach ihren besten Tipps befragte und diese unter dem Titel “Tribe of Mentors” als Buch veröffentlichte.

Diese Mentoringbeziehung ist natürlich nur einseitig, weshalb ich das hier als “indirektes Mentoring” bezeichnen möchte. Ganz plump: Die MentorInnen wissen in diesem Fall nicht mal, dass es dich gibt, geschweige denn, dass sie dich inspirieren und bereichern. Eine individuelle Auseinandersetzung mit dir und deinem Problem, deiner Fragestellung oder deinem Ziel erfolgt nicht. Der Podcast mag dir gute Gedankenanstöße, das Buch neues Wissen gegeben haben. Den Schritt, diese Inhalte auf deine eigene Situation zu übertragen, musst du jedoch ganz alleine gehen.

Dazu kommt noch die Tatsache, dass heutzutage der meiste Content da draußen im Internet zu Marketingzwecken erstellt wurde. Wenn eine Podcasterin dir 10 tolle Social-Media-Tipps verspricht, sind das nicht unbedingt die 10 objektiv tollsten/wirkungsvollsten/kreativsten oder geheimsten Tipps.. Sondern es sind vielleicht die zehn Tipps, mit denen sie ihre Hörerinnen gerade neugierig genug macht, damit diese darüber nachdenken, den neuen Social-Media-Onlinekurs der Podcasterin zu kaufen, der just diese Woche erschien … You know what I mean.

Bei dem, was ich “direktes Mentoring” nenne, arbeitet die Mentorin (generisches Femininum, oder in diesem Fall einfach ich) direkt mit dir. Ob persönlich oder via Skype/Telefon/Zoom/Rauchzeichen ist dabei egal. Entscheidend ist, dass ich dir nicht die 10 tollsten Social-Media-Tipps gebe, sondern vielleicht nur ein oder zwei, die mir für deine Situation am passendsten erscheinen. Damit ein direktes Mentoring funktioniert, ist mehr Zeit- und Energiecommitment notwendig. Außerdem muss es menschlich zwischen beiden Parteien passen. Es ist also schwieriger, eine passende Mentorin oder einen passenden Mentor zu finden; bringt aber viel mehr, weil sich die Person wirklich mit DIR auseinandersetzt.

Was musst du mitbringen oder investieren?

Zunächst einmal musst du natürlich Zeit mitbringen. Zeit für die regelmäßigen Treffen (z.B. ein Mal pro Woche), aber auch für die Vor- und Nachbereitung dieser Treffen und – am wichtigsten – für die Umsetzung der im Mentoring besprochenen nächsten Schritte.

Abgesehen von der Zeit musst du auch das richtige Mindset besitzen. Möglicherweise rollst du schon mit den Augen, weil dieser Begriff so ausgelutscht ist, aber ich mag ihn und finde keine gute deutsche Entsprechung. Also, was meine ich mit Mindset? Zum einen die Haltung, dass du dich weiterentwickeln möchtest und offen für Ratschläge von außen (durch deine Mentorin, durch Kurse und Trainings, durch Feedback zu deinem Projekt…) bist. Zum anderen aber auch die Einsicht, dass letzten Endes du die Verantwortung für dein Projekt und dein Leben trägst, und dir gewisse Arbeit einfach niemand abnehmen kann.

Und je nach Art des Mentoringprogramms musst du vielleicht auch Geld investieren. Falls du eine passende Mentorin über deinen Bekanntenkreis findest oder das Unternehmen, für das du arbeitest, ein Mentoringprogramm anbietet, ist es für dich vermutlich kostenlos. Bei organisierten externen Programmen ist eine Gebühr fällig, so auch bei mir.

Die entscheidende Frage:

Ist Mentoring mit mir jetzt das Richtige für dich und dein Projekt?

Ist Mentoring das Richtige für dich und dein Projekt?

Mentoring ist gut für: Accountability und Motivation; um deine Selbstorganisation und dein Zeitmanagement zu verbessern; Um das Big Picture zu sehen und Entscheidungen zu treffen; für Reflexion: Was habe ich schon alles geschafft?

Für manche Sachen ist Mentoring jedoch nicht so gut geeignet. Wenn du zum Beispiel noch gar nicht weißt, in welche Richtung es gehen soll, oder dich nicht zwischen zwei Ideen entscheiden kannst, ist eine einmalige Beratung eine bessere Idee. Wenn deinem Problem nicht nur mangelnde Motivation zugrunde liegt, sondern schwerwiegendere Ursachen wie z.B. eine Angststörung, solltest du dich lieber einer Therapeutin oder einem Arzt anvertrauen. Bei spezifischen Fragen wie einem Technik-Problem solltest du dich lieber an einen Dienstleister wenden, der das für dich beheben kann.

Bin ich die Richtige?

Eine gute und vertrauensvolle Beziehung zwischen Mentee und Mentorin ist die Basis für eine erfolgreiche Mentoring-Zeit. Eine erste Ahnung, ob wir auf einer Wellenlänge schwimmen, bekommst du, wenn du meinen Podcast oder meinen Instagram-Kanal verfolgst. Wenn du mich unsympathisch findest, meine Werte und Haltung nicht teilst oder einfach nur meinen Humor blöd findest – kein Problem! Dann würden wir wahrscheinlich nicht optimal zusammenarbeiten können. Wenn du mit meiner manchmal etwas direkten Art klar kommst und die gleichen Memes feierst wie ich: Yeah! Bei einem kostenfreien und unverbindlichen Kennenlerngespräch lerne ich dann auch dich kennen und kann einschätzen, ob wir zusammenpassen.

Abgesehen vom Vibe – wenn ich als Mentorin null Ahnung von deinem Wunschprojekt habe, kann ich dich nur schlecht unterstützen. Ich würde zum Beispiel keine Mentees annehmen, die sich Unterstützung bei ihrer Gründung wünschen. Ich finde das Thema Selbstständigkeit zwar super spannend, sehe mich selber aber als nicht kompetent genug und würde Mentoring-InteressentInnen in diesem Fall an andere Stellen verweisen.

Ist es jetzt das Richtige?

Vielleicht sprühst du gerade vor Energie und hast richtig Lust, loszulegen… Aaaaber die Umstände passen gerade nicht: Keine Zeit, kein Geld, zu viele andere Sachen, die dir im Kopf herumschwirren.. Das ist okay. Es bringt nichts, ein Mentoring anzufangen, wenn du jeden zweiten Termin verschieben musst oder dir die Teilnahmegebühr ein Loch ins Portemonaie brennt.


Danke fürs Lesen! Wenn du dich bis hierhin vorgearbeitet hast, hast du bestimmt einen Eindruck, ob Mentoring das Richtige für dich ist oder nicht.
Wenn ja, nimm gerne Kontakt mit mir auf!

Hi, ich bin Kato! Ich unterstütze dich als Mentorin bei deinem Passion Project.

post a comment