Heul nicht, mach doch!

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Heul nicht, mach doch!

Ein Buch zu schreiben steht vermutlich bei vielen Menschen auf der Mach-ich-irgendwann-mal-Bucket-List. Katinka aus Berlin hat diesen Wunsch beim Schopfe gepackt und ist auf mich zugekommen, weil sie ebenfalls  Texte und Kurzgeschichten aus den letzten Monaten zu einem Buch verbinden will. Sie nutzt ihre Texte, um das letzte Jahr zu verarbeiten. Der Inhalt ist sehr persönlich, aber auch sehr ehrlich. Katinka und ich haben in unseren Mentoring-Gesprächen bisher vor allem über Struktur gesprochen. Wie kann man einen roten Faden zwischen den Texten spinnen, wie Zeit fürs Schreiben schaffen?

Podcast anhören:


Transkript lesen:

Kato: Hallo liebe Katinka – eigentlich Katja – aber dein Spitzname ist Katinka und den finde ich mega cool! Willkommen im Podcast.

Katinka: Ja, danke, dass ich dabei sein darf!

Kato: Total gerne. Die Katinka war mein zweiter Mentee. Ihr habt es ja vielleicht mitbekommen, dass ich vor ein paar Monaten mittlerweile einen kleinen Aufruf gestartet habe, dass ich eine Handvoll Mentees suche, die ich bei ihren Passion Projects begleiten darf. Die Katinka war eine davon, die sich gemeldet hat und am besten erzählst du einfach mal selber, was dein Passion Project war/ist.

Katinka: Ja genau. Und zwar ging es bei mir darum, ein Buch zu schreiben. Aber kein Buch, das von vorne bis hinten durchgeschrieben werden sollte. Ich hatte in der Vergangenheit häufiger Texte geschrieben, die ich teilweise auch veröffentlicht hatte, teilweise nicht. Und irgendwie hatte ich so das Verlangen, nachdem das letzte Jahr bei mir persönlich ziemlich turbulent war, diese Texte einfach mal in eine Art Buch zusammenzufassen. Und damit diese Text so ein bisschen Zusammenhang finden, wollte ich da eine Handlung „drumspinnen“, sodass eine Verbindung zwischen den einzelnen Texten entsteht. Das habe ich auf das letzte Jahr begrenzt, das heißt ich habe Texte des letzten Jahres rausgesucht und dann versucht, da einen Handlungsstrang drum rum zu spannen.

Kato: Und wieso hast du dich entschieden, dass du deine Texte so zusammenfassen willst? Du hättest ja zum Beispiel auch einen Blog starten können oder sowas, wo du deine Texte dann veröffentlichst.

Katinka: Ich bin ein ziemlicher „Analog-Mensch“, muss ich sagen. Auch was Termine angeht und Kalender, bin ich jemand, der das immer noch gerne handschriftlich macht und ich lese sehr gerne Bücher. Ich bin auch kein Freund von E-Books sondern hab einfach immer gerne was in der Hand und zum Umblättern, daher ist es glaube ich auch so ein bisschen die Liebe zu Büchern gewesen, die mich dazu veranlasst hat.

Kato: Und gab es einen konkreten Anlass, als du gesagt hast: „Okay, ich will das jetzt machen. Ich hab diese Idee und ich nehme mir jetzt vor, die umzusetzen“?

Katinka: Ja, das war eigentlich schon im Winter. Also Ende letzten Jahres, Anfang dieses Jahres. Es ging mir letztes Jahr nicht ganz so gut psychisch, weil einfach privat sehr viel passiert ist und ich das Gefühl hatte, ich kann das am besten verarbeiten, wenn ich darüber schreibe. Das ist schon immer so gewesen. Das habe ich auch in den bereits bestehenden Texten schon ein bisschen versucht zu verarbeiten. Ja, ich hatte irgendwie das Gefühl, dass es für mich auch ganz schön wäre, diese Texte zusammenzufassen und zu sehen: „So war mein Jahr. Es war ein hartes Jahr, aber trotzdem habe ich es geschafft“. Und ich wollte es vielleicht auch ein Stück weit mit der Öffentlichkeit teilen, obwohl es sehr, sehr persönlich ist. Aber ich finde es manchmal auch ganz wichtig, wenn es sehr heikle Themen sind oder Themen, die sehr stigmatisiert sind, dass man da vielleicht mal einfach dafür „aufsteht“ und sagt: Ich möchte das jetzt gerne ein bisschen öffentlich machen.

Es ging mir letztes Jahr nicht ganz so gut psychisch (…) und ich hatte das Gefühl, ich kann das am besten verarbeiten, wenn ich darüber schreibe

Kato: Ja, voll. Da braucht es ja immer irgendwie Vorreiter, die sich das trauen und anderen auch den Mut geben zu sagen „Mir geht es ähnlich“ oder „Ich habe sowas auch erlebt“ und damit eine Diskussion starten. Das ist ja regelmäßig, alle paar Monate, dass irgendein „Tabu-Thema“ öffentlich wird, weil jemand mal drüber gesprochen hat und andere Leute dann nachziehen. Von daher finde ich das gut. Wir müssen aber dazu sagen, dass ich keine Ahnung hab, worum es in deinem Buch geht. (lacht)

Katinka: Es war ja auch während der gesamten Mentee-Zeit wahrscheinlich gar nicht so einfach für dich, das zu begleiten und so gar nicht zu wissen, worum es jetzt geht, weil es einfach so persönlich ist, dass ich auch da sonst nicht wirklich jemanden eingeweiht hab, was den Inhalt angeht. Ich muss aber sagen, je länger ich jetzt daran geschrieben hab, desto offener werde ich und desto leichter fällt es mir auch, darüber zu reden weil ich ja weiß, eigentlich möchte ich das auch ein Stück weit an die Öffentlichkeit tragen. Ich fand es einfach auch eine ganz schöne Form, so ein Thema mal zur Sprache zu bringen. Ich bin eigentlich ein eher zurückhaltender Mensch, das heißt ich kann sowas schlecht frei kommunizieren. Wenn es dann so ein bisschen in Texten versteckt ist, dann fällt es mir deutlich leichter, sowas auszusprechen und vielleicht auch an die Öffentlichkeit ranzutragen.

Kato: Ich fand es ehrlich gesagt gar nicht so schwer, wie du gerade vermutet hast. Ich glaube, du hast ja den Podcast gehört mit Juliane, meinem ersten Mentee. Ich hoffe die Leute, die jetzt den Podcast hören, haben den ersten auch gehört. Da geht es nämlich auch darum. Die Juliane hat ja eine Kurzgeschichte geschrieben und bei ihr wusste ich auch nicht, was genau der Inhalt dieser Kurzgeschichte ist, sondern wir haben eigentlich die ganze Zeit über den Prozess gesprochen und so war es bei dir ja auch. Wir haben ja nie über den Inhalt deines Buchs geschrieben. Also du hast mir ja keinen Text geschickt und ich hab dann gesagt: „Schreib doch mal den zweiten Absatz ein bisschen um“ oder irgendwie sowas. Es ging ja eigentlich nur um den Prozess und ich persönlich fand das eigentlich ganz gut, weil ich mich dann mehr darauf konzentrieren konnte, darauf zu achten, was du sagst, wie es dir vielleicht geht, wie ich dir einen Tipp geben kann oder wo ich Potenzial sehe, deinen Prozess zu optimieren. Das klingt jetzt sehr BWL-er mäßig, “Prozess-Optimierung”, aber so ist das natürlich nicht gemeint. Das würde mir vielleicht nicht so leicht fallen, wenn ich in der Geschichte auch sehr drin stecken würde, im Inhalt. Oder?

Katinka: Auf jeden Fall. Das sehe ich auch so. Ich war eigentlich auch wirklich froh, dass wir das so gemacht haben. Dass wir da gar nicht so sehr in die Tiefe gegangen sind, was den Inhalt angeht am Anfang. Weil ich das Gefühl hatte, du gibst mir so einen ganz guten Leitfaden, ohne, dass ich irgendwie jetzt sehr, sehr viel von mir preisgeben muss, was mich dann vielleicht wieder ein bisschen runterzieht. Wie gesagt, das ist alles sehr persönlich und manchmal war auch das Schreiben für mich nicht ganz einfach, muss ich ganz ehrlich zugeben. Das war jetzt nicht immer spaßig. Ich musste mich da schon manchmal ein bisschen zwingen, weil ich weiß, das löst wieder ganz viel aus und da kommt wieder ganz viel hoch. Von dem her fand ich das ganz schön, dass du mir da so ein bisschen einen roten Faden gegeben hast und mir so ein bisschen eine Stütze warst, weil ich ja eigentlich am Anfang ein sehr chaotischer, unorganisierter Mensch war. Ich weiß nicht, ob du dich an unser erstes Gespräch erinnerst, wie ich mir jedes Jahr einen neuen Kalender oder Tagesplaner kaufe und ihn dann ein oder zwei Wochen lang benutze und dann nie wieder. Das heißt ich habe ungefähr acht Terminkalender auf meinem Schreibtisch liegen, aber es steht nichts drin. Das hast du ja zum Glück auch ein Stück weit geschafft, dass ich das jetzt so ein bisschen etabliert habe.

Weil ich das Gefühl hatte, du gibst mir so einen ganz guten Leitfaden, ohne, dass ich irgendwie jetzt sehr, sehr viel von mir preisgeben muss.

Kato: Ja, aber ich glaube da bist du echt nicht die Einzige, die das so macht. Ich glaube jedes Jahr im Januar oder vielleicht auch schon Ende des Jahres wandern 100.000 Terminkalender über irgendwelche Ladentische, die dann ziemlich verwaist werden nach ein paar Wochen. Von daher musst du dich da nicht schlecht fühlen. Ich glaube, es geht vielen so. Aber du hast jetzt quasi schon ein Ergebnis vom Mentoring angesprochen, wir können ja mal jetzt erzählen, wie das so war mit uns beiden. Du hast meinen Account glaube ich über die Nastassja gefunden, oder? Die ist ja eine Freundin von mir und die hat ja auch ein Buch geschrieben, oder wie genau bist du auf das Mentoring aufmerksam geworden?

Katinka: Die Nastassja hatte ich eigentlich als Followerin in meinem Instagram-Account und habe dann irgendwann gesehen, dass sie auch ein paar Sachen gepostet hatte, die mit dir in Verbindung gebracht wurden. Dann habe ich auf Instagram auch bei dir gesehen, dass du Mentees suchst. Ich konnte mir unter den Begriff erstmal gar nichts vorstellen, aber du hast das ja dann auch ganz gut erklärt darunter. Das war tatsächlich auch so ein bisschen zu dem Zeitpunkt, an dem die Idee zu dem Buch ein bisschen ausgereift war, wo ich mir dachte: Das würde ich ganz gerne machen. Ich wusste aber nicht ob das jetzt “eine lächerliche Idee” von mir ist, ob das überhaupt so ein bisschen Zukunft hat. Nicht, dass ich da jetzt das irgendwie groß verlegen lassen wollte, das ist ja wirklich ein Passion Project, das ich für mich eigentlich gemacht habe, aber die Gefahr ist ja immer groß, dass man dann sagt: “Ach nee, das ist mir jetzt alles zu viel” oder “Ich weiß nicht, wie ich vorgehen soll” und dann habe ich dich da ja einfach mal angeschrieben und geguckt, was dabei rauskommt.

Kato: Genau. Und was ich so, so cool fand war, dass die Mädels, die mich angeschrieben haben, so unterschiedlich waren. Also du da in Berlin postest immer ästhetische Instagram-Bilder wie du mit Club-Mate irgendwie an der Spree hockst oder so und dann die halt Juliane, die in Österreich gern wandern geht. Also es waren halt so unterschiedliche Leute und das fand ich so cool, dass ich auf den ersten Blick ganz unterschiedliche Leute damit angesprochen habe, die aber trotzdem irgendwie das gleiche Ziel hatten oder eben eine Idee, die in ihrem Kopf schlummerte. Wie du dein Projekt beschrieben hast, das hat mich auch voll angesprochen und deswegen hatte ich dann auf jeden Fall Lust, da irgendwie mitzuwirken und diese Idee so ein bisschen heraus zu kitzeln aus deinem Hinterkopf.

 

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Katinka: Ja, das fand ich sehr, sehr schön und ich war auch überrascht, wie gut das jetzt geklappt hat. Also ich kenne mich und ich muss zugeben, dass ich solche Projekte manchmal relativ schnell wieder beiseitelege. Das wäre eventuell auch passiert, hätte ich da nicht so ein bisschen einen roten Faden von dir mitbekommen. Das muss ich ganz ehrlich zugeben, dass ich da nicht immer ganz so konsequent bin. Aber das hat mir sehr geholfen und auch durchweg Spaß gemacht.

Kato: Das freut mich sehr zu hören. Du hast den „unangefangenen“ Kalender ja gerade schon erwähnt. Was würdest du denn wohl sagen, waren so die größten Herausforderungen, oder weshalb du sagst, dein Mentoring hat dir geholfen oder hat dich mehr unterstützt, als wenn du es alleine gemacht hättest? Also würdest du sagen dieses “Unorganisierte” ist so die größte Herausforderung gewesen, oder wie würdest du das beschreiben?

Katinka: Also definitiv die Struktur, die hat mir ganz arg gefehlt. Also nicht im Sinne von: ”Wie strukturiere ich dieses zukünftige Buch?”, sondern meine Tagesstruktur tatsächlich. Ich hatte das Gefühl, du warst immer mein Life Coach auch so ein bisschen nebenbei. Ich bin sehr spontan, sehr sprunghaft manchmal. Ich habe zu der Zeit, als das angefangen hat, drei Tage die Woche als Werkstudentin gearbeitet, oft an sehr unterschiedlichen Tagen. Ich wusste dann nie: „Wann habe ich Zeit, wann nicht?“ Ich hatte in meinem Kopf zum Beispiel immer diesen Plan: an den beiden Tagen, an denen ich frei habe, da schreibe ich dann. Kam jetzt aber irgendwas dazwischen, unerwarteter Besuch oder wenn meine Freunde fragen, ob ich mit an den See oder woanders hinfahren möchte, dann sage ich in der Regel auch nicht Nein und dann fällt mir ein: ”Oh, eigentlich hätte ich gerne mein Buch weiter eschrieben.” Da hat mir dieser Kalender und auch du so ein bisschen immer mit den regelmäßigen Gesprächen geholfen, zu gucken “Okay, ich lege mir dann einfach meine Fix-Termine da rein, weiß, das ist geblockt, da möchte ich gerne schreiben” und das hat überraschend gut funktioniert.

Kato: Wir haben ja so ein bisschen auch über verschiedene Methoden gesprochen, wie du deine Zeit ein bisschen besser managen kannst. Ich meine das ist ja schwierig, ein Buch schreiben – da brauchst du ja auch irgendwie diese Muße für, dass du auch in Schreiblust bist und so. Das kannst du ja nicht so gut planen, wie wenn ich sage ich mache irgendwas, das nicht so kreativ ist, vielleicht was Handwerkliches: „Ich bau mir ein Regal und ich muss jetzt nur dieses Regalteil hier lackieren“, da muss ich nicht so viel Motivation oder Kreativität für mitbringen. Wie hat das denn für dich funktioniert mit dem Einteilen von Blöcken und den festen Terminen und so weiter mit der Kreativität, wie hast du das unter einen Hut gebracht?

Katinka: Also ich muss zugeben, manchmal hat es einfach gar nicht funktioniert und es gab dann auch Termine, wo ich wirklich gesagt habe: “Okay, das steht jetzt zwar im Kalender drin, aber ich mach es jetzt trotzdem nicht, weil ich einfach merke, ich bin dazu nicht in der Stimmung.” Das hatten wir ja auch besprochen in unseren Gesprächen, dass das dann auch einfach okay ist. Dass man dann nicht – das ist auch wieder ganz typisch für mich, dass ich dann so ein bisschen wütend und enttäuscht von mir selbst bin, dass ich meinen Plan nicht konsequent durchziehe. Aber ich habe mir dann einfach schnell Alternativen gesucht und habe gemerkt: “Hey, die kommenden Abende ist nicht so viel frei, alles gut. Wenn du jetzt gerade einfach nicht die Muße dazu hast, was Schönes zu schreiben, dann gehst du jetzt einfach vielleicht lieber mit deinen Freunden grillen.” Und das war dann auch völlig ok, dieses Akzeptieren, und manchmal wenn ich gemerkt habe: „Okay, das ist jetzt gerade eher so ein bisschen Faulheit“, dann habe ich auch einfach gedacht: Wenn ich jetzt gerade keine Lust zu schreiben habe, oder merke, da kommt jetzt nichts Schönes bei rum, dann habe ich andere Sachen gemacht. Zum Beispiel schon geschriebene Texte gegengelesen, oder sein bisschen Formatierungszeug gemacht, wozu man jetzt nicht zwingend ganz viel Kreativität braucht, sondern was einfach auch gemacht werden muss.

Kato: Du hast mir ja mal erzählt, dass du dir auch Notizbücher mitnimmst und wenn dir dann unterwegs noch ein Gedanke kommt, dass du dann versuchst, den auch noch schnell aufzuschreiben.

Katinka: Genau, stimmt. Wie gesagt, ich benutze eigentlich weder einen digitalen Kalender, noch sonst irgendwas. Natürlich besitze ich ein Smartphone und nutze das auch zu viel, aber was sonstige Sachen angeht, auch Einkaufslisten oder so, schreibe ich alles noch tatsächlich von Hand und nehme es dann mit. Ich habe auch gemerkt, dass, wenn ich unterwegs bin und schöne Gedanken habe, die ich gerne aufschreiben würde, sei es in der U-Bahn oder sonst irgendwo unterwegs, dann tippen sich das die meisten Leute in ihr Handy ein. Aber ich lösche es dann versehentlich oder finde es nicht mehr. Deshalb hatte ich immer, immer ein Notizbuch dabei und habe das tatsächlich auch häufiger mal genutzt. Wenn ich zum Beispiel mal im Park lag oder in der U-Bahn saß und habe dann wenn es nur ein Satz war oder nur eine kleine Phrase war, die notiert. Das war dann auch immer ganz schön, weil ich wusste, das hätte ich, ohne es aufzuschreiben, später nicht mehr gewusst. Hat mir sehr geholfen.

Kato: Fun Fact: Das Buch von Nastassja, die wir ja am Anfang schon erwähnt haben, ist komplett in einer Berliner U-Bahn entstanden, weil sie da ja noch in Berlin gewohnt hat und immer ein Notizbuch dabeihatte, wenn sie U-Bahn gefahren ist. Und da hat sie eben dann Gedichte geschrieben. Ihr Buch ist ja ein Gedichtband, und das ist quasi komplett in so einem kleinen, schwarzen Notizbuch entstanden und die Vorstellung finde ich mega cool.

Katinka: Ja stimmt, das habe ich auch gelesen und da habe ich tatsächlich öfter mal an sie gedacht, wenn ich in der U8 in Berlin sitze. Das finde ich gerade charmant, dass sie die Zeit in der U-Bahn auch genutzt hat. In Berlin sind die Fahrtwege so lang mit der Bahn, da sind 40 Minuten einfach nicht lang. Und da setzt man sich dann hin und schreibt ein bisschen, also das ist eigentlich eine ganz schöne Idee.

Kato: Auf jeden Fall schöner als Candy Crush auf dem Smartphone zu spielen und sich danach dann noch zu ärgern, dass der Akku fast leer ist. (lacht) Du hast ja vorhin schon gesagt, dass du deinen Kalender jetzt auch mehr nutzt. Was hat sich denn verändert in der Zeit? Konntest du dir irgendwie eine neue Gewohnheit antrainieren oder sowas?

Katinka: Also den Tipp habe ich ja auch von dir bekommen, dass man sich noch so ein Journal, oder bei mir war es tatsächlich der Terminkalender, neben das Bett legt, damit man sich einen Termin oder irgendeinen Gedanken noch kurz aufschreiben kann, auch wenn man schon im Bett liegt. Es ist bei mir tatsächlich auch so, dass mir abends im Bett die meisten Gedanken kommen oder, dass mir das meiste noch einfällt. „Ohje, morgen steht ja das und das an, das habe ich ja noch gar nicht eingetragen.“ Das hat mir sehr geholfen, dass er einfach immer griffbereit war und ich ihn auch immer dabei hatte oder zumindest mein Notizbuch. Ansonsten muss ich sagen, dass ich mich eigentlich meistens Montag hingesetzt habe, weil ich Montags zu der Zeit meistens frei hatte und morgens einmal kurz mit dem Kaffee in der Hand geguckt habe, „Was steht die Woche an?“ und eingetragen habe und durchgestrichen habe, was sich so verändert hat oder was ansteht.

Kato: Und die sieben anderen Kalender liegen auf deinem Tisch und sind ganz neidisch, dass der achte jetzt endlich benutzt wird. (lacht)

Katinka: Richtig, in denen steht tatsächlich immer noch nicht mehr drin als zu Beginn, die verweilen da so vor sich hin aber vielleicht falls mein Notizbuch irgendwann vollgeschrieben ist, kann man die genauso gut als Notizbuch verwenden. Die finden schon noch irgendwann ihre Verwendung

Kato: Ja, mit Sicherheit. So ein Buch zu schreiben ist ja auch ein eher größeres Projekt und wir hatten ja damals gesagt, dass wir in der Zeit also in den vier oder fünf Wochen das wohl nicht schaffen, dass du da das komplett fertigstellst. Wir hatten ja überlegt, dass wir versuchen, einen Teil zu schaffen. Also du hast dein Buchprojekt ja quasi nach den Monaten des letzten Jahres strukturiert, das du nacherzählst. Wie bist du denn jetzt so weiter gekommen? Ich weiß, du bist auch gerade in der Umbruchphase mit dem neuen Job und so weiter, da ist das ja eh noch mal schwieriger, aber hast du es geschafft, auch nachdem unsere regelmäßigen Termin vorbei waren, trotzdem noch an deinem Projekt weiterzuarbeiten?

Katinka: Ja, also auch ganz kurz zum Verständnis: Das Buch ist ja so aufgebaut, wie du schon gesagt hast, nach Monaten eingeteilt. Also der Handlungsstrang, den ich jetzt quasi schreibe und um diese schon bestehenden Texte herumspinne, die sind quasi wie Tagebucheinträge gestaltet und da hangle ich mich so von Monat zu Monat. Wie gesagt wir hatten ja auch schon angesprochen, dass wir das wahrscheinlich nicht alles schaffen, das ist einfach utopisch gewesen, aber dass die Hälfte des Buches in etwa oder zumindest bis zum Monat Mai diese Tagebucheinträge geschrieben werden. Das hat auch ganz gut geklappt und nachdem unsere Mentoring-Zeit vorbei war, muss ich sagen, habe ich die ersten paar Wochen ganz gut noch damit gefahren und hatte vielleicht auch noch so ein bisschen diesen Rhythmus drin, dass wir zum Beispiel jede Woche miteinander gesprochen hatten, dass ich immer so selbst meine letzten Wochen evaluiert habe. Dass ich mich sonntags oder montags hingesetzt habe und mir wirklich selber gesagt habe: “Okay, das und das habe ich geschafft”. Die letzten Wochen ist es allerdings, muss ich zugeben, wieder ein bisschen abgeflacht, weil ich einen neuen Job angefangen habe und so. Dadurch, dass ich jetzt einfach Vollzeit arbeite (und eigentlich auch mehr als Vollzeit weil ich einfach auch sehr viele Überstunden mache), bleiben eigentlich nur noch die Wochenenden zum Schreiben. Aber ich nehme da schon noch sehr viel mit aus der Zeit, gerade was Struktur und Organisation angeht und eigentlich möchte ich mir das auch beibehalten, dieses selbst Zurückblicken: “Was habe ich geschafft?“, dieses selbst Evaluieren. “Okay, letzte Woche habe ich vielleicht doch mehr geschafft, als ich eigentlich dachte.”

Dass ich mich sonntags oder montags hingesetzt habe und mir wirklich selber gesagt habe: “Okay, das und das habe ich geschafft”.

Kato: Ja, das habe ich mir nämlich aufgeschrieben, als wir unser Abschlussgespräch hatte, da hast du so einen schönen Satz gesagt. Also natürlich habe ich ihn mir leider nicht komplett aufgeschrieben, aber du hast halt gesagt, dass du es toll fandest, dass man sich selber seiner Erfolge bewusst wird, wenn man mit einer anderen Person darüber spricht. Also dadurch, dass wir uns darüber unterhalten haben jede Woche, dass du dann sagen konntest: “Ja, ich habe jetzt den Monat April abgeschlossen, ich habe den nächsten Text korrekturgelesen und ich habe bei einem Verlag angefragt.“ Das fand ich einfach schön, dass du das so gemerkt hast oder das für dich auch eine schöne Erfahrung war, dass du eben deine Erfolge viel greifbarer hast. Das ist dann ja auch eine Sache, die man braucht, um so ein Projekt nicht wieder in die Ecke zu werfen. Wenn man eben merkt, dass man Fortschritte macht, wenn man merkt, dass man vorankommt, dann ist man ja auch motivierter, weiterzumachen. Das fand ich total schön, dass du das gemerkt hast und dass es eben für dich auch eine gute Erfahrung ist.

Katinka: Auf jeden Fall. Also das kann ich auch irgendwie allen anderen immer nur empfehlen. Das habe ich jetzt irgendwie selbst erst gemerkt: Ganz oft ist man ja frustriert, weil man das Gefühl hat, es geht nichts voran. Aber sich dann einfach von Zeit zu Zeit mal hinzusetzen und so ein bisschen rückblickend selber drauf zuschauen und aufzuzählen, also wirklich positiv und optimistisch daran gehen und aufzählen, was man geschafft hat. Also gar nicht gucken, was man nicht geschafft hat, sondern nur das, was man gemacht hat und dann ist es meistens doch mehr, als man in Erinnerung hatte. Das fand ich ganz schön, auch während dieser Mentoring-Zeit. ich glaube, dass ich das auch jetzt künftig versuche, es zumindest einzubauen. Sowohl auf das Passion Project und das Buch bezogen, als auch irgendwie auf andere Sachen. Meistens hat man ja doch immer mehr geschafft, als man denkt.

Kato: Mhm, ja. Ich weiß nicht, ob ich da mit dir auch drüber gesprochen habe, aber es gibt ja so eine Methode, wenn man seine Zeit plant und solche To-Do-Listen schreibt, dass man eben die drei wichtigsten Sachen des Tages aufschreibt. Dass man also wirklich überlegt; weil, wenn man eine To-Do-List schreibt, dann wird die ja automatisch immer länger, weil einem Dieses und Jenes einfällt und dann schreibt man noch irgendwas auf, was man eigentlich schon gemacht hat, nur damit man es durchstreichen kann. Schuldig! (lacht) Und wenn man dann bewusst überlegt: „Was sind denn die drei wichtigsten Sachen des Tages?“ und diese dann auch wirklich am Anfang des Tages macht, um wirklich sicher zu gehen, dass man das schafft, dann fühlt man sich am Ende automatisch gut. Denn mit diesen Drei hast du schon mal das wichtigste geschafft und alles, was dann noch darüber hinauskommt, das ist dann halt nur noch so ein netter Bonus. Das ist vielleicht auch so eine Methode, die gut dazu passt, um sich so diese eigenen Erfolge gut vor Augen zu halten und eben diese Motivation aufrechtzuerhalten.

Katinka: Definitiv, ja. Das glaube ich auch und irgendwie ufert das dann vielleicht auch nicht so aus. Man hat ja auch gerne die Tendenz, sich zu viel vorzunehmen und dann ist man natürlich am Ende enttäuscht, wenn man nicht alles geschafft hat.

Kato: Ja, genau wenn man sich so riesige Ziele setzt, und dann aber schon wieder bevor man dann in den nächsten Schritt gehen kann, nämlich zu überlegen: „Was gehört denn dazu, dieses Ziel zu erreichen?“, ist man schon wieder so eingeschüchtert, dass man dann sein Notizbuch schließt und sagt: „Ja, mache ich demnächst irgendwann.“

Katinka: Ja, daher hat mir das sehr geholfen. Da gibt es ja auch ganz unterschiedliche Methoden, wie To-Do-Listen aufgebaut werden sollen. Was ich ja auch gekauft hatte, ich glaube, da haben wir mal drüber gesprochen, ist so ein Checklisten-Buch. Das habe ich mir einfach bei Amazon bestellt und das besteht eigentlich nur aus To-Do-Listen. Das heißt, es sind einfach nur Linien mit Kästchen, die abzuhaken sind. Ich weiß nicht, warum es mir damit so viel leichter gefallen ist. Darunter sind aber noch Notizen und du kannst jede Seite in dem Buch für ein bestimmtes Projekt oder für einen eigenen Tag anfangen. Das fand ich sehr schön, ja. Das habe ich mir da bestellt und das tatsächlich auch lange genutzt.

Kato: Ja, das ist cool. Also, dass man dann auch neue Methoden irgendwie für sich ausprobiert und nicht sagt: “Ach ja, Kalender musste ich in der Schule irgendwie schon haben, fand ich damals schon kacke, funktioniert für mich nicht”, sondern, dass man dann auch irgendwie offen ist. Ich meine, Bullet Journaling ist ja auch irgendwie im Trend im Moment und das geht ja auch in die Richtung, dass man das zum Beispiel benutzen kann, um sich hauptsächlich To-Do-Listen zu machen. Oder es gibt ja auch so Kalender, wo dann noch so Coaching mit drin ist, es gibt ja Ein guter Plan zum Beispiel und Klarheit, wo dann noch Coaching-Fragen gestellt werden. Ich glaube das lohnt sich, sowas einfach mal auszuprobieren, um zu gucken, was für ein Typ man so ist und dann findet man auf jeden Fall auch eine Möglichkeit, sich mehr Struktur zu geben. Mit der Struktur fühlt man sich dann ja auch weniger gestresst. Also mir zumindest geht es so, wenn ich eine Struktur habe und zum Beispiel die To-Do’s nicht im Kopf rumfliegen habe, sondern im Kalender, dann fühle ich mich automatisch ruhiger und gehe auch mit mehr Spaß an die Sachen, die ich so machen will.

Katinka: Definitiv, ja. weil man sie einfach mal so ein bisschen festhalten kann und weiß, die laufen nicht weg, man vergisst sie nicht und man kann sie Step by Step abarbeiten.

Kato: Genau. Step by Step und am Ende hat man es auch immer geschafft und denkt: Huch, schon fertig. Apropos fertig: Wenn dein Buch fertig ist (hoffentlich bald), was erhoffst du dir davon oder was wünscht du dir dazu?

Katinka: Also am Anfang war es ja eigentlich wirklich so ein bisschen gedacht „für mich ganz alleine und ich möchte das eigentlich überhaupt nicht teilen“. Je mehr ich aber geschrieben habe, habe ich gemerkt: Da sind so sensible Themen drin, vielleicht sind die sehr privat oder sehr persönlich, aber ich weiß, dass es mit Sicherheit so viele andere Leute gibt, die das auch betrifft oder die das nachempfinden können. Warum dann nicht teilen? Daher habe ich mich mal so ein bisschen mit dem Thema Self-Publishing beschäftigt, habe da auch mal die Nastassja angeschrieben. Wir haben jetzt lange gar nicht mehr Kontakt gehabt, einfach weil es noch gar nicht so weit ist. Wäre aber natürlich schön, muss ich sagen, wenn ich damit auch ein paar Leute erreichen könnte, die das irgendwie interessiert oder die sagen: Da habe ich mich manchmal ein bisschen wiedergefunden. Dann freut mich das natürlich, wenn man anderen Leuten ein bisschen, ich will jetzt nicht helfen sagen, das klingt jetzt ein bisschen zu hoch gegriffen aber ja, wenn man ein bisschen auf Verständnis trifft und sie sich auch verstanden fühlen dann.

Kato: Ja, auf jeden Fall. Das fände ich toll, wenn das klappt. Wir hatten ja auch darüber gesprochen, dass du auch noch nach Verlagen guckst. Also nach kleinen Verlagen als Alternative zum Self-Publishing. Gibt’s da schon News?

Katinka: Es ist tatsächlich so, dass es ein bisschen schwierig war, Antworten überhaupt zu erhalten. Selbst, wenn es sehr, sehr kleine Verlage waren hier in Berlin oder so. Ich habe von zweien eine Antwort erhalten, die meinten, dass ich das Manuskript gerne einschicken darf, wenn es denn fertig ist. Manchmal kenne ich das auch, dass nur ein Auszug geschickt werden soll, die wollten jetzt das gesamte Manuskript. Das kann ich natürlich erst schicken, wenn das Ganze auch steht. Das heißt, ich habe mir die beiden jetzt mal gemerkt, das sind wirklich sehr, sehr kleine Verlage, einer ist sogar bei mir hier im Kiez. Da werde ich mich jetzt weiter drum kümmern, wenn das Ganze ein bisschen ausgereifter ist und zumindest der grobe Rahmen steht.

Kato: Cool. Ich bin auf jeden Fall super gespannt, wie das sich weiterentwickelt, egal ob es jetzt im Verlag ist, oder per Self-Publishing. Ich bin sehr gespannt, das zu lesen und dann auch zu erfahren, worum es denn eigentlich geht. Das ominöse private Thema. (lacht)

Katinka: Ich glaube, so viel Inhalt ist es gar nicht, wenn ich es jetzt noch mal so reflektiere. Es ist einfach auch so viel Gefühlschaos, das geordnet wird, aber wo sich bestimmt jeder ein Stück weit wiederfindet mit Sicherheit.

 

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Kato: Also ich bin super gespannt, ich wünsche dir alles, alles Gute, dass du da jetzt noch ein bisschen neben dem anstrengenden Startup-Job Zeit findest, das fertig zu machen. Hättest du noch einen Tipp für jemanden, der sich für Mentoring oder für Passion Projects interessiert? Was man da mitbringen sollte, damit das klappt?

Katinka: Ich glaube, was nicht schlecht ist, ist einfach schon eine ganz grobe Idee. Also, dass man so ein bisschen schon skizzieren kann: „Was möchte ich machen?“ und sich nicht so arg darauf verlassen, dass etwas irgendwie für einen gemacht wird. Das soll ja einfach eine Stütze sein und eine tolle Unterstützung. Wenn man sein eigenes Passion Project machen möchte, dann finde ich, sollte man sich nicht auf andere verlassen, dass die einem irgendwie Arbeit abnehmen, sondern, das soll dein Ding sein und man sucht sich Unterstützung. Mir hat das super geholfen mit dieser Struktur und Organisation; aber, dass man selber so einen ganz groben Plan mitbringt: „Was möchte ich eigentlich machen? Wie kann ich das erreichen?“, und sich da einfach Tipps einholt und sich so ein bisschen ja, vielleicht auch einfach leiten lässt von dem anderen.

Kato: Das hast du sehr schön gesagt und das passt auch total zu Heul nicht, mach doch! Also: selber machen 😉

Katinka: Ja genau, einfach mal machen. Und das finde ich sehr schön, dass das so gut geklappt hat und bin da wirklich sehr, sehr froh, dass ich das gemacht habe

Kato: Ja, mir hat es auch mega viel Spaß gemacht, dich dabei zu begleiten und ich bin jetzt total gespannt, was dann am Ende dabei rauskommt. Also allein der Prozess hat mir natürlich sehr viel Spaß gemacht und wie gesagt, ich wünsche dir, dass das jetzt bald auch zu Ende bringst. Und mal gucken, vielleicht kommt dann nachher noch das zweite Buch und ein Blog oder so, mal schauen.

Katinka: Wer weiß? Ja, vielleicht steige ich in die digitale Welt ein, ich weiß es noch nicht. (lacht)

Kato: Ja, bei Instagram bist du doch schon big in business. (lacht)

Katinka: Das stimmt, das kann man noch ausweiten!

Kato: Also wenn ihr coole, szenische Eindrücke aus Berlin sehen möchtet, dann folgt bitte der Katinka auf Instagram. Das lohnt sich, ich bin immer ganz neidisch, das ist immer so ein bisschen Großstadtflair mit Mate und Bier.

Katinka: Ja, für mich als Dorfkind immer noch auch sehr schön, auch nach Jahren noch.

Kato: Super. Gut, dann vielen, vielen Dank, dass du jetzt im Podcast von deinen Mentoring Erfahrungen erzählt hast und ich wünsche dir noch einen schönen Abend!

Katinka: Wünsche ich dir auch, Dankeschön!

Kato: Danke!

 

Hi, ich bin Kato! Ich unterstütze dich als Mentorin bei deinem Passion Project.

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