Heul nicht, mach doch!

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Heul nicht, mach doch!

Bist du StudentIn? Dann kennst du bestimmt das College-Meme, bei dem man sich zwischen einem coolen Sozialleben, ausreichend Schlaf und guten Noten entscheiden muss – weil man an der Uni vermeintlich nur Zeit für zwei davon hat.

Ganz ähnlich habe ich eine Methode entwickelt, um ein passendes Blogsystem für sein Vorhaben auszuwählen. Von drei verfügbaren Merkmalen wählst du die zwei, die dir am wichtigsten sind.

Die drei Mermale sind geringe Kosten, viele Funktionen und eine einfache Bedienbarkeit.  Choose two! Im Modell kannst du ablesen, welches System dazu am besten passt. 

Das sind die Blogsysteme:

 

Wenn du möglichst geringe Kosten haben möchtest, du keine besonderen Funktionen brauchst und es einfach sein soll: Wähle Free Blogs, z.B. Blogger; WordPress.com Free oder Baukastensysteme wie Jimdo/Wix in der kostenlosen Version. Auch ein Blog via Social Media (tumblr, Facebook) ist eine Option.

 

 

Wenn es einfach sein soll, du viele Funktionen haben willst und ruhig tiefer in die Tasche greifst: Wähle Premium Blogs, z.B. WordPress.comJimdo oder Wix mit den jeweiligen Premium-Tarifen oder Squarespace.

 

 

Wenn es günstig und funktionell sehr umfangreich sein soll, du aber keine Angst vor Technik hast: Wähle WordPress selbstgehostet. Dafür brauchst du die kostenlose Software WordPress.org und einen Hoster (kostenpflichtig), z.B. All-Inkl.de.

 

 

Das war’s schon? So einfach ist das? Prinzipiell ja… Hier habe ich aber noch ein paar Tipps oder Denkanstöße für deine Entscheidung:

Noch ein paar Tipps:

Budget: natürlich wollen wir am liebsten alles gratis haben. Aber wenn du nur auf einen Coffee to go im Monat verzichtest, kannst du dir auch das WordPress-Hosting leisten. (Tipp: Achte auf die Vertragslaufzeit! Du kannst sparen, wenn du gleich für mehrere Monate im Voraus bezahlst, oder mit monatlicher Kündigungsfrist flexibel bleiben.)

Funktionen: fortgeschrittene Features wie eine Membership-Seite, ein Shop, ein Eventkalender oder interaktive Elemente sind mit Free Blogs nicht möglich. Hier musst du definitiv auf WordPress, Squarespace oder evtl. einen Premium-Blog zurückgreifen. Überlege dir vorher, was du brauchst, und wähle erst dann einen Anbieter. Im Zweifelsfall bietet WordPress mit seiner riesigen Auswahl an Plugins die meisten Möglichkeiten. 

Design: Wie viel Gestaltungsspielraum brauchst du? Willst du dir einfach nur ein nettes Template aus den Vorlagen aussuchen, oder hast du für dein Projekt bereits ein Corporate Design, das du ziemlich genau einhalten solltest?

Zeit: Wie lange brauchst du diesen Blog? Ich würde sagen: je eher dein Projekt nur temporär ist (z.B. Blog über halbes Jahr Auslandsaufenthalt), ist Free okay. Wenn es langfristig oder gar professionell sein soll -> Wähle Premium oder WordPress.

Nichts ist umsonst: Mach dir bewusst, dass kostenlose Blogs nicht nur mit eingeschränkten Features einhergehen, sondern auch mit blöden Nebeneffekten wie Werbeanzeigen oder prominenter Werbung für den Bloganbieter. Ist das okay für dich?

Professionalität: für einige Themen eignet sich ein Free Blog meiner Meinung nach nicht. Stell dir vor, du betreibst ein Anti-Mobbing-Projekt und willst für Selbstvertrauen und Body Positivity werben… Und unter deinen Artikel wird Werbung für Diätpulver ausgespielt!

Urheberrecht/Verbreitung der Inhalte: Bei einigen Plattformen, insbesondere tumblr und WordPress.com ist das “rebloggen” von Anderen ein wichtiger Bestandteil der Plattform. Für manche Projekte ist es natürlich von Vorteil und du freust dich, wenn deine Inhalte von anderen geteilt werden. Andere hingegen möchten nicht, dass ihre Inhalte ungefragt weiterverbreitet werden. In diesem Fall solltet ihr diese Plattformen meiden.

eigene Domain: bei Free-Blogs ist dein Blog unter einer Subdomain erreichbar, z.B. meinsuperduperprojekt.wordpress.com. Das ist weniger professionell. Wenn du dich für WP mit eigenem Hosting entscheidest, kannst du hingegen neben der Domain auch gleich eine eigene E-Mail-Adresse dazu einrichten, z.B. marie@meinsuperduperprojekt.de. Auch bei Premium Blogs gibt es die Möglichkeit, eine eigene Domain einzurichten. Informiere dich hier über die Kosten und Funktionen.

Langfristiges Bestehen der Plattform und Content-Hoheit: Es besteht die Gefahr, dass Plattformen dicht machen (z.B. Free-Bloganbieter) oder sich die zugehörigen Funktionen oder Algorithmen ändern (z.B. Facebook). Deshalb würde ich persönlich zum Beispiel nie nur auf Facebook bloggen.

Umzug: Grundsätzlich besteht natürlich immer die Möglichkeit, zwischen Blogsystemen hin- und herzuwechseln. Das ist aber immer mit einer Menge Arbeit und Stress verbunden. Ich empfehle daher dringend, vorher gründlich die in Frage kommenden Anbieter zu vergleichen und sich auch ein Budget festzulegen. Wenn du weißt, dass dein Blog mal professionell werden soll, dann fang lieber gleich wie ein Profi an! Du sparst vielleicht ein paar Euro, wenn du in der Anfangszeit auf einem Free Blog bloggst, aber dafür hast du später beim Umzug Stress!

Die eierlegende Wollmilchsau

Vielleicht hast du gar keine Lust, dich zu entscheiden? Willst du viele Funktionen, wenig zahlen und wenig Arbeit? Dann würde ich vorschlagen: Choose WordPress und setz‘ dich damit auseinander. (Macht sich übrigens auch in der Bewerbung gut ;)) Ich persönlich bin WordPress-Fangirl und benutze es für fast alle Projekte.

Eine andere Möglichkeit wäre, dir Hilfe von außen zu holen. Wenn du die volle Flexibilität von WordPress mit seinen Themes und Plugins wünschst, aber gleichzeitig die Verantwortung rund um Installation, Hosting, Backups, Updates, Sicherheit und Co scheust, ist vielleicht das wordpress.com-Businesspaket etwas für dich. Es ist im Vergleich zu den anderen hier vorgeschlagenen Lösungen mit 25€/Monat sehr teuer, allerdings musst du dir dann darum keine Sorgen machen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass ein IT-Profi die Wartung deiner Seite übernimmt. Im amerikanischen Raum ist auch die Plattform Squarespace sehr beliebt. Deren Pakete sind ebenfalls relativ teuer, aber die Seiten sind (soweit ich gehört habe) sehr einfach zu bedienen und sehr (das kann ich bezeugen) ästhetisch. 

Ich hoffe, dieser Beitrag hilft dir bei der Entscheidung! (Und der beste Blog ist sowieso der, der außerhalb deines Notizbuchs existiert ;))

Hi, ich bin Kato! Ich unterstütze dich als Mentorin bei deinem Passion Project.

comments
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    22. Februar 2018

    Hallo Kato,

    eine sehr anschauliche Darstellung für das Finden einer eigenen Antwort auf die Frage: „Welches Blogsystem soll ich ich für mein Blog nutzen?“. Persönlich empfehle ich immer eine eigene Domain.

    Beste Grüße. Ralph

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